Baden - Caudiès-de-Fenouillèdes : Ein kleines Abenteuer

so - da wichtigste in kürze: wir sind am Montag gesund am Ziel (Perpignan) angekommen...

hier die lange version....
geplant war ja eine 2 Tages Tour nach Perpignan welche ich mit meiner Tochter am Samstag und Sonntag abreiten wollte. Meine Frau sollte am Montag mit den beiden anderen Kids und dem Auto direkt nach Perpignan fahren.

Tag 1
Tag 2

Samstag:
 Zuerst die 200km an die CH Grenze auf der AB abgeritten - dann gings bei perfektem Wetter in die französischen Alpen.... Le Grand Bornard, Col d'Iseran und wie sie auch alle heissen. Kurven an Kurven


Durch einen Navigationfehler der uns gute 45min gekostet hatte swie einer verspäteten Abfahrt hats zwar nur bis Modane statt bis Briancon gereicht - aber was solls wir sind ja nicht auf der Flucht. Schussendlich warens am ersten Tag 589km  und die haben spass gemacht.

Sonntag:
Am morgen gings wieder bei perfektem Wetter über den Col du Telegraph zum Col du Calibier und danach via Briancon hoch zum Col d'Izoard




Auf der Abfahr vom Col d'Izoard lag dann etwa hier dieser ominöse Stein auf der Strasse. Keine Ahnnung wie genau das geschehen ist - sprich ob auf einer geraden oder in einer Kurve. Ich weiss nur noch, dass da plötzlich ein Stein auf der Fahrbahn lag und dann hats auch schon "leicht" gerüttelt. Ob ich den Stein  eine halbe oder zehn sekunden angestart habe ?  Auf jedenfall war das Ausweichsmanöver zu spät und nicht von erfolg gekrönt.



Als erstes mit der Versicherung telefoniert und den Abschleppdiesnt organisiert - das war um 12Uhr. Der Abschlepper kam dann auch rel. prompt und war schon nach gut 2 Stunden bei uns.  :stupid: Aber im Gegensatz zum letzen Transporteur hat dieser hier wenigstens sein Handwerk zum Verzurren von Moppes im Griff. Also wurden unsere 2 Räder per Huckepack durch die Gorge du Guil  und die schönsten Kurven nach Eygliers transportiert. Während dem Transport mal überlegt wie das Maleur in den Griff zu bekommen ist. Plan A - ev kann die Felge behelfsmässig gerichtet werden ? Falls nicht - Plan B: neue Felge organisieren ?. In der Garage des Abschleppers gings dann ans Werk. Mit 2 grossen Hämmern wurde der Delle zu Leibe gerückt. Meine Güte - kann Alu tatsächlich so hart sein ? Wirklicher Erfolg mit zurückhämmern war da nicht vorhanden. Und wie es so ist - 1% der Schläge geht immer daneben - nämlich genau auf meine Hand. 15min später war ich mir dann nicht mehr sicher, ob ich die Hand noch in den Handschuh kriege  :wand:
Somit war klar- Plan A funktioniert nicht.  Also Plan B in angriff genommen -  Felge organisieren. Klar, da ist eine in meinem Projektbike - aber wie kriegt meine Frau die Felge ausgebaut ? Und vorallem wie kriegt meine Frau das Bike auf den Frontständer ? Also wurden kurzerhand ein paar Kollegen bzgl. verfügbarer Zeit kontaktiert. Danke Andi dass du eingesprungen bist und das Rad ausgebaut hast. Somit war die Felge gesichert. Meine Frau kurz instruiert was alles mitkommen muss. Frontständer, Ratschensatz, Drehmomentschlüssel. Auf zum nächsten Problem. Wie kommt die Felge zu mir resp. ich zur Felge. Die Route meiner Frau führt über Grenoble - das ist ca. 150km von Eygliers entfernt - allerdings 150km Landstrasse.  Über ein paar schöne Pässe und nicht via AB. Das wären gute 300km und 5h Umweg nach Perpignan. Also muss ich zur Felge und nicht die Felge zu mir kommen. Meine Idee war, der Abschlepper bringt mich, meine Tochter und mein Bike am nächsten Tag gegen 12Uhr nach Grenoble, denn um diese Zeit müsste meine Frau mit der Ersatzfelge ebenfalls dort durch kommen. Das gab dann ein hin-und-her zwischen meiner Verischerung und dem Abschlepper. Versucht das mal mit den wenigen Brocken französisch, welcher mein Wortschatz umfasst klar, zu machen- iwie habe ich dann verstanden, dass der Abschlepper eine Kostengutsprache von der Assistance France braucht - also mit meiner Verischerung via Assistance Suissse über Assistance France versucht, alles in die Wege zu leiten (und das an einem Sonntag)...um diese Zeit (ca. 16Uhr) hatte ich keine Ahnung ob das wirklich klappen würde - zumal auch der Abschlepper nicht gerade eine grosse Hilfe und nicht wirklich  sehr hilfsbereit war- wohlvertsanden, der wollte immerhin 600Euro für die 150km (und zurück)!

Da bezüglich Transport mittlerweilen alles getan war das zu diesem Zeitpunkt getan werden konnte, musste eine Übernachtungsmöglichkeit organisiert werden... Zum glück war genau vis-a-vis ein Hotel ([url='http://www.laubergeduroy.com']L'auberge du roy[/url]) ...Aber oh schreck - alles dunkel. Also das ganze Gepäck geschultert und ca. 1km zum nächsten Hotel gelaufen - shit - ebenfalls zu. Und jetzt ? Also haben wir rechtsum kehrt gemacht und sind in die andere Richtung maschiert - da muss doch ein Dorf sein. Aber weit und breit nichts zu Fuss erreichbar. Allso wieder zurück zum ersten Hotel...da war doch irgend ein Zettel an der Türe gewesen...und tatsächlich, war dort ne Tel# angegeben falls die Reception geschlossen sei. 2mal die Nummer gewählt - ohne Erfolg. Langsam habe ich mich darauf eingestellt, im Freien übernachten zu müssen. Doch plötzlich ging die Tür auf  :grins3: Eigentlich sei das Hotel am Sonntag zu - sie sie nur per Zufall hier - aber sie würde uns ein Zimmer für die Nacht geben :drueck: Das nenn ich mal nett - Naja, das ganze hat sich (hoffetnlich) auch für sie gelohnt - denn kurze Zeit später kamen noch ein paar Gäste für die Nacht und als sie die Bar öffnete war diese nach kurzer Zeit ziemlich voll mit weiteren Bikern ;)



Montag:
Um 8Uhr als erstes zum Abschlepper rüber. Alles dunkel, alles zu und ein Zettel an der Tür, dass sie bis zum 6. OktoberUrlaub  haben - WTF  *droh* Mit hlife der Wirtin (Lydia) (mit welcher ich mich zum Glück in englisch verständigen konnte) den Abschleppertelefonisch  kontaktiert -  naja sie hätten bis jetzt noch keine Kostengutsprache resp. Auftrag von meiner Verischerung bekommen. Auf den Hinweis, dass meine Versicherung Ihnen am Vortag um 2115Uhr direkt eine Kostengutsprache per email zukommen liess hies es lapidar: Sie seien zur Zeit nicht im Büro und könne dies nicht überprüfen.  :hell01: Und so oder so - in ganz Frankreich seien die Moppedwerkstätten am Montag zu - sie können, mich heute Montag nicht nach Grenoble bringen - ev. am Dienstag.  Da ist mir der Kragen geplatzt - wenn du *ç%" kein Geld verdienen willst - dann hoffentlich ein anderer. Auf jedenfall hat Lydia die vor Ihre Garage zitiert damit ich wenigstens mein Bike wieder im Zugriff habe. Also gings weiter mit Plan C ( zum Glück hat das Alphabet 25 Buchstaben). Ein Ersatz-Transportfahrzeug war innert 15 min aufgetrieben (danke Michel) - weitaus schwieriger war es, eine Fahrer zu finden der Zeit hat. Gegend 11Uhr hat Lydia aber  auch dieses Problem gelöst und mit Fabrice einen Fahrer organisiert welcher mich, meine Tochter und BigMama per Huckepack nach Grenoble bringen konnte - notabene zu einem drittel der Kosten die der Abschlepper wollte.
Gegen 12Uhr gings via Col du Lautaret los und wir erreichten unser "Ziel" gegen 15Uhr. Was für ein Frust - die schönsten Strasssen schon wieder per Huckepack. Fabrice (selber Moppedfahrer) witzelte die ganze Zeit, ich könnne ja Helm und Kombi anziehen und hinten auf die Dicke sitzen  :lol2:  Am Bahnhof von Grenoble wurde der Transporter dann kurzerhand zur mobilen Werkstatt umfunktioniert und das Vorderrad gewechselt...



Nach einer herzlichen Verabschiedung haben wir dann die Weiterfahrt nach Perpignan wieder in Angriff genommen - die ursprünglich geplante Route (via Alpen und Mont Ventoux) war mitlerweilen natürlich obsolete. Auch der Blick nach Südwesten verhiess am Himmel nichts Gutes. Anway, die 84km von Grenoble nach Valance wurden  in nicht viel mehr als 30min zurück gelegt. Aber danach begann das wirklich Abenteuer...
Natürlich konnte ich bzgl Reifen nicht all zu wählerisch sein und musste mich mit dem zufrieden geben, was auf der Ersatzfelge montiert war - und das war ein abgefahrener Metzeler K3 - nicht gerade bekannt als Regengott unter den Reifen. Auf jeden Fall hat es ab Valance bis Perpignan nur einmal geregnet. Zum Teil stand das Wasser Zentimeterhoch auf der Autobahn. Ganz ehrlich - ich hätte mir ein Gummibot mit Aussenborder gewünscht. Zeitweise musste ich anhalten weil das ganze unfahrbar und/oder einfach zu gefährlich war. Ansosnten gings so mit 60-80kmh weiter - und dann immer diese "*ç% Brummi-Fahrer die 50cm an mir vorbeigendonnert sind :stupid:   *droh*

Damit ihr eine Vorstellung davon habt - hier mal ein kleines Vid aus den französischen Nachrichten...


Naja - irgenwann so kurz vor 24Uhr, komplett Durchnässt und mit Schwimmhäuten zwischen den Finge,  hab ichs mein Ziel schlussendlich erreicht....ende gut alles gut ? Das kann ich erst sagen, wenn ich wieder zu hause bin...den beim Waschen von BigMama...



Die Hinterradfelge hat anscheinden auch etwas abbekommen - da sie mich ohne Druckverlust bis Perpgigan gebracht hat, hoffe ich mal, dass sie mich auch wieder nach Hause bringen wird....

An dieser Stelle nochmals herlichen Dank an alle, die mir aus der Misere geholfen haben. Und falls Ihr mal in der Gegend von Briancon seit - besucht doch die L'auberge - die haben ein echtes Herz für Biker in Not. Ohne den Einsatz von Lydia wäre das Ganze nicht so Reibungslos verlaufen l'auberge du roy (ab oktober sollte auch mehr Content auf der Webseite sein - sie haben erst im Juni eröffnet)


Back home
Für den Rückweg wäre eigentlich eine 2 Tages Route durch die Cevennen und die Westalpen geplant gewesen. Aber der liebe Wettergott hat mir wieder mal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Für das ganze Gebiet zwischen Orange, Grenoble Genf waren für Sonntag regen und Gewitter angesagt. Nach der Erfahrung mit dem französischen Regen auf der Hinfahrt wollte ich mir das nicht mehr antun und hab mich entschlossen, das kleinere Übel zu wählen, die Cevennen (schon wieder) auszulassen  und die Strecke an einem Tag zurück zu legen...

irgendwo zwischen 9:30Uhr und 10Uhr gings los.
Route

Auf dem Col de la Croix-de-Fer....
Eigentlich wollte ich noch via Col du Madleine - aber auf der Abfahrt vom Col de la Croix-de-Fer hab ich gemerkt, dass das meine Konzentration nicht mehr zulassen wird.  So hab ich den denn Heimweg via AB gewählt. Auch die Bekanntschaft mit dem Stein der Vorwoche hat nichtr nur in den Felgen abdrücke hinterlassen - ich hab meinen Kopf nicht wirklich frei gekriegt und bin ziemlich zurückhaltend gefahren.
Nach 1072km auf dem Tacho bin ich dann um 0:10Uhr wieder zu Hause angekommen. Ganz unspektakülär mit allen Pleueln in den Zylindern, ohne weitere Beulen in den Felgen, ohne Abschlepper - nicht mal ne Schraube hab ich verloren  :D

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